Im Wunder wandeln - Von Aschermittwoch bis Ostermontag (www.suptur-abg.de)

12 Tage voller Licht. 12 Fest- und Feiertage von Aschermittwoch bis Ostermontag.


Andacht für Zuhause

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barmherzig.SEIN

„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lukas 6,36

Das neue Jahr 2021 hat begonnen. Die neue Jahreslosung aus dem Lukasevangelium steht uns gut. Uns, die wir wieder warten und ausharren müssen in diesen Monaten. Kontakte begrenzen, Geschäfte schließen und die Kultur auf Eis legen. So mancher Moment lässt einen da verrückt werden. In so manchen Situationen werden wir ärgerlich. Dann ist es leicht zu sagen, der oder die habe Schuld. Doch so ist es nicht. Das Virus ist es.

Barmherzig sein. Das Wort ‚barmherzig‘ wirkt veraltet, wirkt kirchlich. ‚Barmherzig‘, das sagt so heute keiner mehr. Es sei denn der Pfarrer von der Kanzel. Dabei ist, ein Herz zu haben, doch das Beste, was uns Menschen, Tieren und der gesamten Schöpfung zu Gute kommt. Es ist so schön, wenn einer barmherzig mit mir ist. Mir nicht meine Fehler aufzählt, um mich zu beschämen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen oder mir gar vor Augen zu führen, ich sei nichts wert. Es tut so gut, wenn einer sagt: Es kommt wieder ins Reine, unser Streit, unsere Auseinandersetzung, unsere Beziehung. Wie der Vater, vom dem Jesus im Gleichnis erzählt: Der Sohn kommt nach Hause, gebeutelt und ohne Geld. Ohne zu zögern nimmt der Vater ihn wieder in die Arme. Nach dem, was alles passiert war und was der Sohn alles falsch gemacht hatte. Barmherzig sein heißt nicht, alles einfach weg zu schweigen, sondern wissen, was war und es in einem anderen Lichte sehen. Gott sieht uns in diesem anderen Licht. Er weiß, was wir noch können und wie wir imstande sind, selbst barmherzig zu sein.

Lasst uns also nicht aneinandergeraten und uns gegenseitig beschuldigen! Lasst uns barmherzig sein, oder zumindest Barmherzigkeit üben! Unsere Situation wird nicht besser, wenn wir uns gegenseitig mies machen. Lasst uns ein Herz haben für die Not des anderen und Verständnis für die Entscheidungen, die für uns als Gesellschaft getroffen werden. Denn auch denjenigen gehört unser Herz: den Kranken und Sterbenden, denen, die verzweifeln in der Quarantäne und in der Einsamkeit, denen, die tagtäglich Menschen helfen und pflegen und denen, die dazu beitragen Leben zu retten und erhalten. Seien wir also barmherzig miteinander und stärken wir uns gegenseitig!

In diesem Sinne hoffe ich auf ein gutes Miteinander in diesem Jahr und bete zu Gott, er gäbe seinen Segen und seine Kraft dazu!

Ihre Pfarrerin Ulrike Schulter


echt.SEIN

"Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen." Mt 5, 37 (E) 

Ja und Nein – das sind zwei Worte, die nur eine Silbe haben. Dennoch haben wir sehr oft Schwierigkeiten sie auszusprechen. Wir haben Schwierigkeiten das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt auszusprechen.

Wie wir am Wort von Jesus sehen, sind wir damit nicht allein. Denn Jesus ermahnt die Leute in der sogenannten Bergpredigt dazu authentisch und echt zu sein. Auch damals zurzeit Jesu hatten die Leute schon Schwierigkeiten beim Ja oder Nein sagen echt und glaubhaft zu bleiben.
Doch gerade um das Glaubhaft Bleiben – darum geht es Jesus hier mit seinen Wort.

So stellt er damit ganz direkt an uns die Fragen: Wie echt seid ihr als Christen? Nehmen es die Anderen euch ab, dass ihr Christen seid? Oder sehen Sie in euch nur Heuchler, die zwar von der Liebe Gottes reden, aber diese nicht nach außen hin leben.

Sicher ist es, dass dieser Weg, den uns hier Jesus vorgibt, nicht einfach ist. Er ist eine ganz große Herausforderung an uns. Diese Herausforderung, die uns auch an unsere Grenzen bringen. Vielleicht werden wir sogar versagen. Und manches können wir auch nicht aus eigener Kraft leisten, um echt und glaubhaft zu sein.

Das Gute ist daran, wenn wir versagen, wenn das mit dem Ja und dem Nein nicht gleich funktioniert, wir können neu anfangen. Bei Jesus ist das möglich. Und da wo wir an den Rand des Machbaren kommen, ist er mit seiner Kraft und seiner Liebe bei uns. Diese Zusage gilt uns und allen, die es wollen. So können wir mit Jesus Christus ein echtes und glaubwürdiges Christsein leben.

Ihr Pfarrer i. R. Jörg Bachmann