... weil Du da bist

Weil Du da bist, streck ich mich aus nach dir und nach dem, was noch nicht vor Augen ist. Weil Du da bist, breche ich mein Brot. Weil du da bist, deck in meinen Tisch für dich und mich und lausche auf das Klopfen an der Tür. Weil Du da bist, lass ich die Hoffnung nicht fahren, dass einmal das Feuer im Herzen brennt und die Welt sich noch drehen kann.

Weil Du da bist, fahren wir sanft den Kindern durchs Haar und sehen wie kostbar wir sind. Weil Du da bist, zünd ich ein Licht an in der Nacht und lebe so, als wärest du schon da – gekommen in unsere Nacht. Du Heiland und Krippenkind. Weil Du da bist, kremple ich mein Leben um und das Loben und Danken bleibt nicht stumm.

Weil Du da bist – 12 Texte für die Sonn- und Festtage zwischen Advent und Epiphanias, dem Fest zur Erscheinung unseres Herrn

Wir laden Sie ein, innezuhalten. Mit einem Lied, einer Kerze, einem Gebet und wünschen Ihnen eine gesegnete Zeit.

Im Namen der haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
im Verkündigungsdienst

Ihre Superintendentin Kristin Jahn


Das Andachtsheft finden Sie in Ihrer Kirche bzw. im Gemeindebüro in Meuselwitz.

Sie können es auch als pdf-Datei herunterladen.

Wir haben einen Podcast dazu: Podcast: ... weil Du da bist!
Sie finden den Podcast auch auf Spotify, Google Podcast und Apple Podcast.


Andacht für Zuhause

Zum Ausdrucken



fröhlich.SEIN

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“, aus dem Buch des Propheten Sacharja 2,14.

Zum Fröhlich sein ist uns wohl gerade gar nicht zu Mute. Zum Fröhlich sein war es denen damals zur Zeit der Propheten, wie Sacharja, des Alten Testamentes auch nicht unbedingt. Sie hatten ihre Nöte der Zeit und dachten so manchmal, Gott hätte sie nicht im Blick. Sie seien verlassen. Wir haben die Nöte unserer Zeit. Das Virus hat uns im Griff und das macht es wirklich gut. Es macht krank und bringt den Tod. Es macht unsicher und greift uns psychisch an. Es lässt uns glatt vergessen, dass es selbst unser Feind ist. Stattdessen stürmen wir aufeinander ein. Es bringt uns in gegenteilige Positionen und Freunde werden zu Feinden. Da rufe ich: Komm Gott, komm bei uns wohnen! Lass uns fröhlich sein und nicht mehr streiten, sondern gemeinsam zusammenstehen, dem Virus widerstehen. Bin ich doch zu idealistisch eingestellt? Ja, und ich will es bleiben! Darum bete ich weiter auch in diesem Advent in der Hoffnung, dass Gott kommt und bei uns wohnen will, wie damals als kleines und armes Christkind, namens Jesus. Ich glaube fest, Gott sieht uns! Ist bei dir und mir und unserer Not. Er trägt sie mit. Ja, geteiltes Leid ist halbes Leid! So will ich beten:

Gott, bitte schenke uns Einsicht, Geduld, Ruhe um diese Situation irgendwie zu meistern. Schenke uns Umsicht im Umgang miteinander. Ein weites Herz und die nötige Sicherheit, um gesund zu bleiben. Und wenn wir wüten und schreien, dann halte uns bitte ganz fest. So richtig fest, meine ich. So, wie wir es manchmal brauchen, wenn wir nicht wissen, wohin mit uns. Amen

Liebe Leserinnern und Leser, Ich wünsche uns, dass wir die Liebe, den Glauben und die Hoffnung behalten, dass es Weihnachten wird und wir idealistisch bleiben! Auf dass wir uns behalten als Freunde und Nachbarn!

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Ulrike Schulter!


achtsam.Sein

„Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“
Hebr 10,24

Der Wahl-o-Mat dreht sich und spuckt sein Ergebnis aus. Auf gleich 3 Parteien passen meine Antworten am besten, mit einem Wert von über 65%! Erstaunt schaue ich auf den Computerbildschirm. „Hätte ich nicht gedacht!“, denke ich bei mir. Zum Glück bin ich allein und keiner sieht mein Ergebnis. Die Wahl ist in diesem Jahr spannend, auch weil Angela Merkel nicht mehr antritt. Ein Land stellt sich neu auf, unser Land. Viele Wünsche und Hoffnungen, aber auch Befürchtungen sind mit dem Wechsel verbunden. Werden wir als Gesellschaft in ihrer Verschiedenheit wieder mehr zusammenrücken können? Ich wünsche es mir und spüre, dass es noch mehr braucht. Ein wenig Hilfe von oben vielleicht? Schön wäre das, wenn Gottes Verheißungen wahr werden würden. Dass wir gestärkt und gesättigt, voll Mut für die Zukunft sein könnten. Der Monatsspruch für Oktober könnte programmatisch für den Monat nach der Wahl sein. Wenn es um Koalieren und Sondieren geht: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“ Hebr 10,24

Wie die Wahl am 26. September auch immer ausgehen wird, neue Eier legende Wollmilchsäue werden deshalb nicht geboren. Wir werden damit leben müssen, immer noch selbst für unser Leben, für unsere „Nächsten“ und die Erde verantwortlich zu sein. Das achtsame Sein wünsche ich mir eben nicht nur für unsere Politiker*innen, sondern auch für uns in unseren Städten und Dörfern. Alle Politik ist ein Abwägen von Argumenten. Alles Leben geschieht in Verantwortung und Freiheit für mich selbst, aber auch für den anderen, wer auch immer da neben mir im Haus wohnt. Aller Glaube an einen Gott, der uns gut geschaffen diese Erde geschenkt hat und wir dankbar dafür sein können. Das aber wieder einmal verinnerlicht, fällt es mir leichter Verantwortung zu übernehmen. Oftmals ist es eben doch „Das, was du draus machst!“

In allem Lieben und Leben, bleiben Sie behütet und gesund! Ihre Pfarrerin Ulrike Schulter

 


barmherzig.SEIN

„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ Lukas 6,36

Das neue Jahr 2021 hat begonnen. Die neue Jahreslosung aus dem Lukasevangelium steht uns gut. Uns, die wir wieder warten und ausharren müssen in diesen Monaten. Kontakte begrenzen, Geschäfte schließen und die Kultur auf Eis legen. So mancher Moment lässt einen da verrückt werden. In so manchen Situationen werden wir ärgerlich. Dann ist es leicht zu sagen, der oder die habe Schuld. Doch so ist es nicht. Das Virus ist es.

Barmherzig sein. Das Wort ‚barmherzig‘ wirkt veraltet, wirkt kirchlich. ‚Barmherzig‘, das sagt so heute keiner mehr. Es sei denn der Pfarrer von der Kanzel. Dabei ist, ein Herz zu haben, doch das Beste, was uns Menschen, Tieren und der gesamten Schöpfung zu Gute kommt. Es ist so schön, wenn einer barmherzig mit mir ist. Mir nicht meine Fehler aufzählt, um mich zu beschämen, mir ein schlechtes Gewissen zu machen oder mir gar vor Augen zu führen, ich sei nichts wert. Es tut so gut, wenn einer sagt: Es kommt wieder ins Reine, unser Streit, unsere Auseinandersetzung, unsere Beziehung. Wie der Vater, vom dem Jesus im Gleichnis erzählt: Der Sohn kommt nach Hause, gebeutelt und ohne Geld. Ohne zu zögern nimmt der Vater ihn wieder in die Arme. Nach dem, was alles passiert war und was der Sohn alles falsch gemacht hatte. Barmherzig sein heißt nicht, alles einfach weg zu schweigen, sondern wissen, was war und es in einem anderen Lichte sehen. Gott sieht uns in diesem anderen Licht. Er weiß, was wir noch können und wie wir imstande sind, selbst barmherzig zu sein.

Lasst uns also nicht aneinandergeraten und uns gegenseitig beschuldigen! Lasst uns barmherzig sein, oder zumindest Barmherzigkeit üben! Unsere Situation wird nicht besser, wenn wir uns gegenseitig mies machen. Lasst uns ein Herz haben für die Not des anderen und Verständnis für die Entscheidungen, die für uns als Gesellschaft getroffen werden. Denn auch denjenigen gehört unser Herz: den Kranken und Sterbenden, denen, die verzweifeln in der Quarantäne und in der Einsamkeit, denen, die tagtäglich Menschen helfen und pflegen und denen, die dazu beitragen Leben zu retten und erhalten. Seien wir also barmherzig miteinander und stärken wir uns gegenseitig!

In diesem Sinne hoffe ich auf ein gutes Miteinander in diesem Jahr und bete zu Gott, er gäbe seinen Segen und seine Kraft dazu!

Ihre Pfarrerin Ulrike Schulter


echt.SEIN

"Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen." Mt 5, 37 (E) 

Ja und Nein – das sind zwei Worte, die nur eine Silbe haben. Dennoch haben wir sehr oft Schwierigkeiten sie auszusprechen. Wir haben Schwierigkeiten das richtige Wort zum richtigen Zeitpunkt auszusprechen.

Wie wir am Wort von Jesus sehen, sind wir damit nicht allein. Denn Jesus ermahnt die Leute in der sogenannten Bergpredigt dazu authentisch und echt zu sein. Auch damals zurzeit Jesu hatten die Leute schon Schwierigkeiten beim Ja oder Nein sagen echt und glaubhaft zu bleiben.
Doch gerade um das Glaubhaft Bleiben – darum geht es Jesus hier mit seinen Wort.

So stellt er damit ganz direkt an uns die Fragen: Wie echt seid ihr als Christen? Nehmen es die Anderen euch ab, dass ihr Christen seid? Oder sehen Sie in euch nur Heuchler, die zwar von der Liebe Gottes reden, aber diese nicht nach außen hin leben.

Sicher ist es, dass dieser Weg, den uns hier Jesus vorgibt, nicht einfach ist. Er ist eine ganz große Herausforderung an uns. Diese Herausforderung, die uns auch an unsere Grenzen bringen. Vielleicht werden wir sogar versagen. Und manches können wir auch nicht aus eigener Kraft leisten, um echt und glaubhaft zu sein.

Das Gute ist daran, wenn wir versagen, wenn das mit dem Ja und dem Nein nicht gleich funktioniert, wir können neu anfangen. Bei Jesus ist das möglich. Und da wo wir an den Rand des Machbaren kommen, ist er mit seiner Kraft und seiner Liebe bei uns. Diese Zusage gilt uns und allen, die es wollen. So können wir mit Jesus Christus ein echtes und glaubwürdiges Christsein leben.

Ihr Pfarrer i. R. Jörg Bachmann